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Pilotprojekt Hagelflieger

„Hagelflieger“ sollen Anbauflächen in Vorder- und Südpfalz schützen
PILOTPROJEKT Bauer- und Winzerverband will Anbauflächen in Vorder- und Südpfalz schützen

„Nun stellte er den Mitgliedern des Neustadter Hauptausschusses das Pilotprojekt „Hagelflieger“ vom Verein zur Hagelabwehr vor. Durch den Einsatz von Flugzeugen, die eine Silberjodid-Acetonlösung ausbringen, sollen Hagelkörner so verkleinert werden, dass sie nur noch als Graupel oder Regen niedergehen. Von Hagel spricht man, wenn die Körner mindestens fünf Millimeter dick sind.

So sollen Schäden in Landwirtschaft und Weinbau, aber auch an Autos, Photovoltaik- und Grünanlagen minimiert werden.

Laut Gerling waren im Jahr 2010 in der Pfalz 4 000 Hektar von Hagelschäden betroffen, davon wurden 2 500 bis 3 000 Hektar zu hundert Prozent beschädigt. Einsatzgebiet ist die Vorder- und Südpfalz. Das Flugzeug ist in Schweighofen stationiert. Drei Berufspiloten teilen sich die Bereitschaftsdienste in der kritischen „Hagel-Zeit“ von Anfang Mai bis Mitte Oktober.

Sind Hagelwolken - das sind „hoch gesättigte“ Gewitterwolken - im Anzug, erhält der Pilot vom meteorologische Dienst eine Information über deren Stärke und Windrichtung. Beim Einsatz verbrennen zwei an dem Flugzeug montierte Generatoren die Silberjodid-Acetonlösung und „impfen“ damit die Hagelwolke.
Die Anzahl der natürlichen Kondensationskerne in den Gewitterzellen wird so stark erhöht. Dadurch kann sich die überschüssige Feuchtigkeit in den Wolken feiner verteilen und die Ausbildung extrem großer Hagelkörner wird reduziert.“

(spe). Dirk Gerling, Bezirksgeschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, wirbt für weitere Unterstützer des geplanten „Hagelfliegers“.

 

27.02.2012 - NEUSTADT
Trotz unserer Versicherung gegen Hagelschäden in den Weinbergen unterstützen wir das Hagelfliegerprojekt, da auch wir unsere Weinberge bestmöglich vor extremen Hagelschäden wie am 9. Juni 2010 beschützen möchten.